Maximenu CK

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Die Einkünfte des Unterhaltspflichtigen sinken wegen seiner Arbeitslosigkeit so weit ab, dass sich
zeitweilig kein Unterschiedsbetrag mehr zwischen dem - durch den Einkommensrückgang
beeinflussten - vollen Unterhalt nach den ehelichen Lebensverhältnissen und den anrechenbaren
Einkünften des Unterhaltsberechtigten ergibt. Trotzdem unterbricht die vorübergehende Arbeitslosigkeit
des Unterhaltspflichtigen nicht die "Unterhaltskette" beim Aufstockungsunterhalt.
Az XII ZR 6/15, Urteil vom 4.11.2015

Ein Anspruch auf (Aufstockungs-)Unterhalt kann auch dadurch entstehen, dass das Einkommen des
Ehegatten, der für den Kindesunterhalt barunterhaltspflichtig ist, unter das Einkommen des
kinderbetreuenden Ehegatten absinkt, weil der Kindesunterhalt vorweg abgezogen wurde.
Der auf Seiten des kinderbetreuenden Ehegatten entstehenden Belastung ist im Rahmen der
Bemessung seiner Erwerbsobliegenheit und durch die (teilweise) Nichtberücksichtigung
überobligatorisch erzielten Einkommens Rechnung zu tragen.
Unterhalt ist stets zeitbezogen zu ermitteln und im Verfahren geltend zu machen. Fordert der
Unterhaltsberechtigte für bestimmte Zeiträume zu viel Unterhalt, so ist sein Antrag insoweit abzuweisen
und kann nicht mit anderen Zeiträumen verrechnet werden, in denen er weniger verlangt, als ihm
zusteht. Az XII ZB 7/15, Beschluss vom 11.11.2015

Am 1. März 2013 tritt Artikel 3 des Gesetzes zur Durchführung des Haager Übereinkommens zur internationalen Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen in Kraft. Damit ist eine Korrektur des nachehelichen Unterhalts verbunden. Nach dem Gesetz wird nochmals klargestellt, dass die Ehedauer bei der Bemessung des nachehelichen Unterhalts zu berücksichtigten ist, um unbillige Beschränkungen des nachehelichen Unterhalts zu vermeiden.

Es soll beurteilt werden, ob eine unzulässige Unterschreitung des angemessenen Unterhalts und damit ein nach § 134 BGB unwirksamer Verzicht auf künftigen Trennungsunterhalt vorliegt. Voraussetzung dafür ist, dass zunächst die Höhe dieses angemessenen Unterhaltsanspruchs im hierfür erforderlichen Umfang festgestellt worden ist. Sonstige ehevertragliche Regelungen, die dem Unterhaltsberechtigten zum Vorteil gereichen können, sind in die Prüfung nicht einzubeziehen. Denn die Wirksamkeit der Regelung des Trennungsunterhalts ist isoliert zu betrachten und wird nicht durch Vereinbarungen zu anderen Gegenständen berührt
Az XII ZB 1/15, Beschluss vom 30.9.2015

Soweit das Einkommen eines Ehegatten, der ein Kind betreut, unberücksichtigt zu bleiben hat, weil es aus überobligatorischer Erwerbstätigkeit stammt, kommt ein Unterhaltsanspruch aus § 1570 BGB in Betracht.

a) Soweit das Einkommen eines Ehegatten, der ein Kind betreut, als aus überobligatorischer Erwerbstätigkeit stammend unberücksichtigt zu bleiben hat, kommt ein Unterhaltsanspruch aus § 1570 BGB in Betracht.

Bei der Bemessung des Unterhalts kann der Tatrichter zur Ermittlung des Kaufkraftunterschieds die vom Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) ermittelten "vergleichenden Preisniveaus des Endverbrauchs der privaten Haushalte einschließlich indirekter Steuern" heranziehen.

Az  XII ZB 661/12, Beschluss vom 9.7.2014

Az XII ZB 369/14, Beschluss vom 15.7.2015

Wenn im vorausgegangenen Verfahren zur Frage der Herabsetzung des Unterhalts auf den angemessenen Bedarf ein Umstand übersehen wurde, kann dies für sich genommen nicht die Abänderung der Entscheidung eröffnen.

Die Altersbezüge des Unterhaltspflichtigen wurden durch den Versorgungsausgleich gekürzt, der zugunsten einer späteren Ehefrau durchgeführt wurde. Bei der Berechnung des nachehelichen Unterhaltsbedarfs ist diese Kürzung als nicht eheprägend anzusehen, so dass das Einkommen des Unterhaltspflichtigen entsprechend zu erhöhen ist.

Beschluss vom 10.06.2015, AZ: XII ZB 251/14

Es geht um die Verlängerung des Unterhalts nach § 1615 l Abs. 2 BGB bei der Betreuung eines behinderten Kindes. Die Mutter hatte anlässlich der Geburt des Kindes ihr Studium unterbrochen.

Ist der neue Ehegatte des Unterhaltspflichtigen gegenüber dem geschiedenen Ehegatten nach § 1609 Nr. 3 BGB nachrangig, ist dessen Unterhaltsanspruch im Rahmen der Leistungsfähigkeit grundsätzlich nicht als sonstige Verpflichtung zu berücksichtigen.